Zwergenschule

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Die “Zwergenschule”, aka “Lernerziehung für Vorschulkinder” ist in vieler Hinsicht mehr als eine einfache Vorschule. Deshalb gibt es auch für Kinder, die zurückgestellt sind und/oder ernstere Probleme in Bezug auf das Lernen haben, die Möglichkeit, im Rahmen einer heilpädagogischen Maßnahme an einem solchen Kurs in einer Kleingruppe teilzunehmen. Der Bezirk Oberbayern unterstützt das und übernimmt in diesen Fällen sämtliche Kosten.

Der Kurs ist kein unnötiger Förderschnickschnack für überehrgeizige Eltern und auch keine Konkurrenz zu vorschulischen Aktivitäten im Kindergarten. Sie umfasst mehr und anderes, als ein Kindergarten leisten kann und muss, und ist daher eine optimale Ergänzung im letzten Kindergartenjahr (bei evt. Rückstellung auch für zwei Jahre).

 

Organisatorisches in Kürze:

  • Neuer Kurs ab Mitte Oktober 2017, es sind noch einige Plätze frei. Anmeldungen per Mail an info@drstiehler.de oder unter Tel. 08095 / 871 758.
  • Unterrichtszeiten 2017/2018: vorauss. dienstags (Dürrnhaar) und donnerstags (Aying, GHD) von 8:00 – 9:25 (nicht in den Ferien).
  • pro Halbjahr 15 Termine + 1 Elterngespräch, Kosten für Selbstzahler: 225€
  • der Unterricht erstreckt sich über 1 Schuljahr; Probemonat ist gerne möglich
  • anschließend werden die Kinder zu ihrem Kindergarten gebracht, von mir (Fahrservice auch nach Aying und Dürrnhaar) oder den Eltern (Fahrgemeinschaft)

Einkaufsliste für die Zwergenschule:

Arbeitshefte, Schnellhefter, Arbeitsblätter und Bastelmaterial wird gestellt. Die Kinder bekommen außerdem am ersten Schultag ihr Zwergenschulsackerl, das später als Turnbeutel weiterverwendet werden kann.

Jedes Kind sollte bitte ein (Schlamper-)Mäppchen mit hochwertigen Stiften und Radierer mitbringen. Was Sie dafür kaufen, steht Ihnen natürlich frei, bewährt haben sich aber folgende Materialien:

  • guter Radierer (solche mit lustigen Motiven sehen nett aus, schmieren aber statt richtig zu radieren)

  • guter Bleistift in HB, nicht härter oder weicher. Es ist nicht unbedingt nötig, dicke Stifte zu verwenden, viele Kinder schreiben mit dünnen Stiften sauberer. Voraussetzung ist, dass sie einigermaßen verlässlich den Stift richtig halten und den Pinzettengriff mühelos beherrschen.

  • gute Buntstifte. Auch hier sind dicke Stifte kein Muss. Wer sich für sie entscheidet, kann bei der Gelegenheit auch welche für Linkshänder auswählen. Es ist auch hier nicht nötig, riesige Beträge zu investieren.

Förderdiagnostik in der Zwergenschule:

Gerade bei Kindern, die Anlass zur Sorge geben, möchten Eltern häufig gerne eine zweite, unbefangene Meinung hören. Wenn diese Meinung noch dazu auf einer förderdiagnostischen und heilpädagogischen Qualifikation beruht, ist das umso besser für das Kind.

Außerdem bin ich auch noch für das Kind und seine Eltern da, wenn es bereits in der Schule ist, und kenne seine Lernhistorie von Anfang an. Daher kann ich bei evt. späteren Problemen auf einer ganz anderen Erfahrungsbasis beraten. Im Rahmen des Kurses sind auch Einzeltermine mit den Eltern und Hausbesuche zur Beratung möglich.

Didaktisches KnowHow:

So engagiert viele Kindergartenteams auch sind – es ist doch sehr anstrengend für KiTa-Personal, neben den vielen kindergartentypischen Anforderungen auch noch solides didaktisches Fachwissen zu erwerben. Die Aktivitäten im Kindergarten sind in Deutschland traditionell stark dem jahreszeitlichen Wechsel unterworfen und zeigen kaum einen roten Faden. Alle paar Monate kommt etwas Neues.

So schön das ist, unterscheidet uns doch diese Scheu vor dem gründlich geplanten Lernprozess von anderen Ländern, in denen klar strukturierte Lernwege in den Schlüsselbereichen Sprache und Mengen selbstverständlich sind. Was alles zu einem sicheren Mengenbegriff gehört oder warum aus sprachwissenschaftlicher Sicht das Würzburger Programm zur Förderung der phonologischen Bewusstheit überschätzt wird, ist in deutschen Kindergärten in der Regel kein wichtiges Thema.

Liebe zum Lernen:

Ich liebe die Wissensgebiete, die ich unterrichte, von Herzen. Und bin überzeugt, dass sie für Kinder tief bereichernde Freude enthalten – wenn die Kinder in der Lage sind, unter die Oberfläche vorzustoßen. Dazu reicht es aber nicht, sich nur “spielerisch” mit einer Sache zu beschäftigen. Dazu muss man auch das Arbeiten, das Dranbleiben gelernt haben. Denn genau das ist Konzentration: Aufmerksamkeit durch leidenschaftliche Begeisterung und Pflichtbewusstsein auch dann noch aufrechtzuerhalten, wenn sie von Natur aus schon abflaut. Und hieran hapert es im Vorschulalter oft.

Es ist mir wichtig, dass Kinder gerade im Vorschulalter nicht die Botschaft erhalten, die Schule bedeute das Ende der Kindheit, weil man dort arbeiten muss, weil es dort nicht dauernd nach der eigenen Lust und Laune geht. Die Auffassung, man müsse Kinder pauschal möglichst lange im Kindergarten lassen, um ihnen “noch ein Jahr Kindheit zu gönnen”, teile ich nicht. Was man in der Schule lernen kann, ist wunderbar. Die Schule als solches ist es nicht immer. Aber die Welt der Zahlen zu entdecken, Lesen zu lernen und sich damit unendlich viele andere Welten zu erschließen, das ist einfach nur grandios. Das gebe ich den Kindern mit, und nicht die Botschaft: “Bald kommt der Ernst des Lebens, bald ist es mir der schönen Zeit vorbei.” Damit sie aus der Schulzeit aber auch die Schätze mitnehmen können, die sie bietet, müssen sie für diese Schatzsuche gerüstet sein. Dazu trägt der Kurs enorm bei.

Die Kinder lernen in der Zwergenschule, dass man begonnene Arbeiten beendet und dass man sein Bestes gibt, weil die wunderbare Welt des Wissens das verdient hat. Sie lernen, dass es nicht das wichtigste im Leben ist, die eigenen Bedürfnisse sofort erfüllen oder ausleben zu können. Sie erleben, dass sich das geduldige Ausharren lohnt, weil sich wirkliche Freude statt oberflächlicher Wunschbefriedigung einstellt, wenn man etwas zu leisten bereit ist. Und weil das nur möglich ist mit viel Liebe zur Sache und ansteckender Begeisterung, bringe ich genau das im Überfluss mit. Kein einziges Kind in mittlerweile vier Jahren Zwergenschule ist ungerne gekommen oder hat den Kurs nach der Probezeit verlassen.

Entspanntere, engagiertere Eltern und Kinder:

Ich bin gar nicht begeistert, wenn Eltern sich ihre ureigensten Aufgaben durch Outsourcing vom Halse schaffen wollen. Dazu ist weder mein Beratungsangebot noch die “Zwergenschule” da. Aber so funktioniert dieser Kurs auch nicht. Im Gegenteil: In den Bereichen Sprache und Rechnen wird nach klaren Konzepten gearbeitet, die in der ersten Klasse nahtlos zu Hause fortgesetzt werden können. Dadurch fällt es Eltern viel leichter, ihre Kinder in der Grundschulzeit gerne und entspannt beim Lernen zu unterstützen. Sie gewöhnen sich außerdem bereits im letzten Kindergartenjahr an Hausaufgaben und haben ein Jahr lang Zeit, eventuelle erzieherische Probleme zu lösen und für eine entspannte Routine zu sorgen.

Außerdem befinden sich die Kinder im Vorschulalter in der Phase des ersten Gestaltwandels, der bei vielen Kindern wie eine kleine Pubertät mit inneren Konflikten einhergeht. Die Kinder stellen in dieser Phase hohe Ansprüchen an die eigene Leistung, haben aber teils noch kleinkindhaft entwickelte Fertigkeiten, die dafür nicht genügen. Diese Diskrepanz sorgt im kindlichen Seelenleben, aber auch zu Hause oft für Spannung. Das geduldige und gezielte Arbeiten im Kurs entschärft diese Phase und hilft, die Entwicklung zum Schulkind reibungsloser zu durchlaufen. Und vor allem: Die Kinder werden in die Lage versetzt, die sich neu in ihnen regenden Ansprüche, “wie die Großen” arbeiten zu können, auch zu erfüllen. Dadurch werden sie resilienter und zufriedener – und eine berechtigte Freude über die gute eigene Leistung ist eine der stärksten Motivationen für das weitere Lernen, die es gibt. Wer zu Recht mit seinen Leistungen zufrieden ist, hat wenig Anlass, sein Geltungsbedürfnis in der Schule als Klassenclown oder durch andere aufmerksamkeitsheischende Verhaltensweisen zu befriedigen.

Lerninhalte Rechnen:

  • simultaner, invarianter Mengenbegriff
  • Begriffe wie “gleich viel”, “x mehr als”; Ordinal- und Kardinalzahl
  • zusammengesetzte Mengen
  • Ziffern und Zahlen
  • geometrische Formen
  • Teile und Ganzes

Lerninhalte Sprache:

  • genaue Begriffe verwenden
  • Buchstaben des eigenen Namens kennen und schreiben
  • Prinzip des Zusammenschleifens zu Silben verstehen
  • Sprache als Gegenstand der Betrachtung erleben
  • zu diesem Zweck Reime, Lautvergleiche etc.
  • Grundlegung der Leselernmethode IntraAct für den Gebrauch in der 1. Klasse
  • Gedichte auswendig lernen

Lerninhalte Feinmotorik, Graphomotorik:

  • Fröbelarbeiten (fördern zugleich enorm das exakte Arbeiten)
  • Tiere und Fahrzeuge aus Grundformen zeichnen lernen
  • Symbole und Buchstaben zeichnen in Erstklasslineaturen